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Wohngeld und das Kindergeld

Das Wohngeld hat keinerlei Einfluß auf Berechtigung und Höhe des Kindergeldes und das Kindergeld wird bei dem Wohngeld nicht als Einkommen angerechnet.

Dennoch erreichen uns immer wieder verzweifelte Mails, Chatanfragen und Telefonate über die Sozialhotline, daß das Kindergeld durchaus auf das Wohngeld angerechnet wurde und man von uns wissen wollte, wie man dagegen vorgehen könne. In 99,9% aller Fälle lautet unsere Antwort: gar nicht. Ein Widerspruch oder eine Klage ist vollkommen sinnlos.

Hintergrund dafür, daß das "Kindergeld" bei dem Wohngeld angerechnet wurde, ist der Umstand, daß es sich gar nicht um das "Kindergeld" handelt, welches von der Anrechnung bei dem Wohngeld ausgeschlossen ist. Vielmehr handelt es sich um stinknormalen Unterhalt, der durchaus seine Berücksichtigung bei Wohngeld findet.

Das Kindergeld ist - anders, als es der Name suggiert - keine Art staatliches Taschengeld für ein Kind, sondern eine steuerliche Entlastung für die Eltern, mit denen die Mehraufwendungen für ein Kind gemildert werden sollen. Dementsprechend sind auch nicht die Kinder selbst Kindergeldberechtigt, sondern ausschließlich die Eltern.

Mit Auszug des Kindes aus dem elterlichen Haushalt sind die Eltern verpflichtet, Unterhalt mindestens in der Höhe des Kindes zu leisten, sie leiten also dann (mindestens) die Summe des Kindergeldes an das Kind weiter. Somit handelt es sich nicht um das Kindergeld, welches an das Kind gezahlt wird (denn das erhalten ja auch weiterhin die Eltern), sondern um Unterhalt - und der wird durchaus als Einkommen bei dem Wohngeld angerechnet.

Es gibt die Möglichkeit, das Kidnergeld auch direkt von der Familienkasse an das Kind zahlen zu lassen, nämlich mit Hilfe eines

  • Abzweigungsantrages oder

  • Abtretungsantrages.

Der erstere Antrag macht nur Sinn, wenn sich die Eltern weigern, Unterhalt in mindestens der Höhe des Kindergeldes zu zahlen. Wird dieser Antrag von der Familienkasse genehmigt, wird das dann direkt gezahlte Kindergeld nicht bei dem Wohngeld berücksichtigt. Bei dem Abtretungsantrag erklären die Eltern gegenüber der Familienkasse, daß sie auf die Auszahlung des Kindergeldes an sich verzichten und die Ansprüche daraus an das Kind abtreten. Hier wird das "Kindergeld" dann weiterhin als Unterhalt bei dem Wohngeld angerechnet werden.