Seit der Entdeckung des Internets auch durch die Kommunen geistert das Wort
"e-gouverment" durch alle möglichen Medien. Gemeint ist damit die
Außendarstellung und die Kommunikation zwischen Verwaltung und Bürger. Inzwischen hat
fast jede kleine und große Kommune eine eigene Internetseite und sehr sehr oft wird dann
auf diesen davon gesprochen, daß dieses Internet-Angebot dem Bürger helfen solle,
Aufgaben und Leistungen der Verwaltung zu erfahren und entsprechende Informationen
darüber zu erhalten.
Soweit die Theorie. Wie aber sieht es in der Praxis aus? Wird das Versprechen der
einfachen, schnellen Informationen zum Beispiel über solch ein Thema wie Wohngeld
eingehalten? Wir haben uns die Internetseiten von 185
Kommunen und 292 Landkreisen angesehen und bewertet. Während das Ergebnis
bei den Städten eher durchwachsen ist, ist es bei den Landkreisen erschreckend.
69 Städteseiten konnten als vorbildlich eingestuft werden, was uns dann
angesichts der relativ hohen Zahl doch positiv überraschte. Aber immerhin 55 Städte
schafften es nur auf eine durchschnittliche Informationsseite über Wohngeld und gleich 64
Kommunen wissen entweder mit dem Wohngeld erst gar nichts anzufangen oder liefern
vollkommen veraltete oder gar falsche Informationen.
Wesentlich schlimmer sieht es bei den Landkreisen aus: von 292 Kreisen schafften es
gerade mal 43, vorbildliche Informationen anzubieten. 178 Lankdreise dagegen boten keine
oder falsche oder veraltete Informationen.
Hier geht es zu den Testergebnissen.
Reaktionen gab es auch schon. 3 Kommunen, deren Informationsangebot als schlecht
eingestuft wurde, haben sich für den Test bedankt und Besserung versprochen. 1 Kommune
droht mit gerichtlichen Schritten, weil wir das "Urheberrecht" mit der Abbildung
der Internetseite "verletzt" hätten. Fragt sich, welches Verständnis diese
Kommune vom Urheberrecht hat und ob man seine Energie nicht lieber auf die Verbesserung
des Informationsangebotes als auf die versuchte Einschüchterung der Tester legen sollte.
Mehrere Kommunen beschwerten sich, dass wir ihnen nicht vor Veröffentlichung nicht die
Ergebnisse zwecks Verbesserung mitgeteilt hätten. das ist aber nicht Sinn einer solchen
Untersuchung.